Dropshipping aus rechtlicher Sicht – das gilt es zu beachten

Im Zuge der Digitalisierung haben sich viele neue Geschäftsmodelle für Gründungswillige aufgetan. Das zeigt sich unter anderem daran, dass die Anzahl an Unternehmensgründungen in den letzten Jahren merklich gestiegen ist. Ein Geschäftsmodell, das sich dabei großer Beliebtheit erfreut, ist das Dropshipping. Dropshipping bringt einige Vorteile mit sich und ist prinzipiell ohne großes Startkapital möglich.

Doch wie es bei vielen anderen Geschäftsmodellen der Fall ist, gibt es auch beim Dropshipping einige rechtliche Hürden, die es zu beachten gilt. Wenn Sie sich mit einem Dropshipping Shop eine Existenz aufbauen möchten, sollten Sie diese nicht vernachlässigen. Im Folgenden sehen sie einige wichtige Aspekte.

Rechtlich problematische Waren

Nicht alle Waren können in Deutschland einfach so verkauft werden. Manche sind aus rechtlicher Sicht problematisch.

Zum einen gibt es Waren, die in anderen Ländern erlaubt, jedoch in Deutschland illegal sind. Zum anderen kann ein bestimmtes Produkt an sich erlaubt, aufgrund seiner Zusammensetzung allerdings dennoch verboten sein. Ein gutes Beispiel dafür sind Cremes aus dem Ausland, die problematische Inhaltsstoffe enthalten. Wer mit Dropshippings tätig werden möchte, sollte sich auf jeden Fall ausreichend darüber informieren.

Vor allem dann, wenn Produkte nicht von deutschen Großhändlern, sondern aus dem Ausland bezogen werden. Generell ist bei bestimmten Produkten aus dem Ausland immer eine gewisse Vorsicht geboten. Unter anderem Waren aus dem Beauty-Bereich sind möglicherweise nicht für den Verkauf in Deutschland geeignet.

Datenschutzrechtliche Pflichten

Datenschutz ist derzeit ein wichtiges Thema, das Unternehmer auf keinen Fall außer Acht lassen sollten. Ansonsten kann es schnell zu rechtlichen Problemen kommen.

Beim Dropshipping sind die datenschutzrechtlichen Aspekte jedoch ein wenig komplex. Denn damit das Geschäftsmodell funktionieren kann, müssen die Adressdaten von Kunden an die Lieferanten weitergegeben werden. Schließlich ist es die Aufgabe der Lieferanten, die jeweiligen Waren an die Kunden zu senden. Allerdings werden auf diese Weise personenbezogene Daten weitergegeben, die dem besonderen gesetzlichen Datenschutz unterliegen.

Es Bedarf daher einer hinreichenden gesetzlichen Legitimationsgrundlage, um die Adressdaten zu übermitteln.Nach dem BDSG gibt es dafür zwei Möglichkeiten. Eine option wäre mit seinen Lieferanten eine Auftragsdatenverarbeitung zu schließen, die den gesetzlichen Vorgaben des § 11 BDSG entspricht. Rechtlich gesehen würden die Lieferanten so nicht mehr als eigenständige Unternehmen gewertet, sondern als eine Art Abteilung des eigenen Unternehmens. Eine Datenübermittlung an Dritte würde also gar nicht mehr stattfinden.

Die zweie Option, um datenschutzrechtlichen Probleme zu vermeiden, ist sich auf § 28 Absatz 1 Satz 1 Nr. 1 BDSG zu beziehen. Der Paragraf erlaubt das Übermitteln von personenbezogenen Daten. Allerdings nur dann, wenn diese der Erfüllung von eigenen Geschäftszwecken dienen und für die Durchführung eines rechtsgeschäftlichen Schuldverhältnisses erforderlich sind.

Beim Dropshipping ist das durchaus der Fall. Der Händler kann nämlich nur dann seiner Lieferverpflichtung nachkommen, wenn er die Adressdaten seiner Kunden übermittelt.Doch unabhängig davon, welche Option genutzt wird, gilt es seine Kunden darüber in den den AGB beziehungsweise der Datenschutzerklärung zu informieren. Der Kunde muss wissen, was mit seinen personenbezogenen Daten geschieht. Das ist durch § 4 Absatz 3 Nr.

3 BDSG vorgeschrieben. Es ist also wichtig sich daran zu halten, um rechtliche Probleme von Vornherein zu vermeiden.

Verbraucherschutz

Wer sich im Bereich des Dropshippings etwas aufbauen möchte, sollte sich unbedingt mit dem Verbraucherschutz auseinandersetzen. Viele der rechtlichen Probleme, die Dropshipper haben, sind nämlich darauf zurückzuführen. Was oft Schwierigkeiten verursacht, sind die Retouren.

Falls den Kunden die Waren nicht gefallen sollten, haben sie Anspruch darauf den Kaufvertrag unwiderruflich zu kündigen und das dafür ausgegebene Geld erstattet zu bekommen. Das Gesetz legt dabei fest, dass der Händler als Adressat für Rücksendungen gilt. Retouren sind für Händler also sehr ärgerlich. Schließlich haben sie keine Versandabteilung und müssen sich im Falle von Retouren oft darum kümmern, dass sie die Waren neu verpacken und verschicken.

Theoretisch ist natürlich eine Rücksendung an seine Lieferanten möglich. Allerdings besteht hierauf kein Anspruch, sofern es nicht ausdrücklich vereinbart wurde.Durch die gesetzliche Rügeobliegenheit entstehen zudem erhebliche Nachteile für den Händler. Er kann der gesetzlichen Rügeobliegenheit gegenüber seinen Lieferanten schlecht nachkommen, da er die Ware physisch nicht zu Gesicht bekommt. Die Ware wird schließlich direkt an den Endverbraucher geschickt.

Falls Kunden also mangelhafte Ware zurücksenden, kann der Händler den Schaden nicht einfach an seine Lieferanten weiterreichen. Im schlimmsten Fall bleibt er auf dem finanziellen Schaden sitzen. Es empfiehlt sich daher entsprechende Vereinbarungen zu treffen, um diesem Problem vorzubeugen.

Einschränkungen durch das Wettbewerbsrecht

Viele Lieferanten erachten Dropshipping nicht unbedingt als lukratives Geschäftsmodell. Das hängt vor allem damit zusammen, dass es Einschränkungen durch das Wettbewerbsrecht gibt.

Es ist nur in wenigen Ausnahmefällen möglich, bestimmte Vertriebsabsprachen zu treffen. Eine Preisbindung bei Produkten lässt sich daher nicht umsetzen. Es ist lediglich möglich die Händler zur Angabe einer unverbindlichen Preisempfehlung zu verpflichten sowie einen Höchstverkaufspreis vorzugeben. Solche Einschränkungen sind natürlich für Lieferanten ärgerlich.

Daher sind sie oftmals nicht an Kooperationen mit Dropshippern interessiert, was eine Hürde sein kann.